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09.05.18 05:47 Adroth Rian
Der Stand der Dinge.
WARNUNG: Dieser Beitrag ist elendig lang. In ihm schreibe ich nicht nur über den aktuellen Fortschritt von "Wohin Du Willst", sondern schütte auch mein Herz aus und spreche über meine Ängste und andere Gefühle. Wer keine Lust auf Geschnulze hat, kann jetzt das Bild anschauen, sich darüber freuen und direkt zum Fazit am Ende dieses Blogeintrages scrollen. Alle anderen sind herzlich dazu eingeladen, auf den Feels-Train aufzuspringen.



In den vergangenen Monaten habt ihr mitbekommen, dass der Dreh und Angelpunkt unserer Arbeit "Wohin Du Willst" geworden ist. Wir kamen ja nicht einmal mehr dazu, an den Uglons zu arbeiten, obwohl ein Ugly-Strip für gewöhnlich einmal in der Woche gut schaffbar war.

Über die letzten Wochen und Monate haben wir große Fortschritte bei "Wohin Du Willst" gemacht und es erfüllt mich immer wieder mit Freude, wenn ich an diesem wundervollen Projekt arbeite. Ich liebe jeden einzelnen Charakter in dieser Geschichte, freue mich über jede Art des Vorankommens und lerne extrem viel Neues, was mir ein ganz besonderes Vergnügen bereitet, denn ich finde, nichts ist ermüdender, als sich ausschließlich mit den Dingen zu beschäftigen, die man eh schon kennt und kann.

Der indirekte 'Rauswurf' bei meiner Brotverdienstelle vor drei Monaten war ein Segen und ein Fluch zugleich. Nach Absprache mit Shin, der nun plötzlich der Alleinverdiener geworden war, nahm ich mir die Zeit, um mich ganz und gar auf "Wohin Du Willst" zu fokussieren und Tag täglich, wenn Shin von seiner Arbeit nach Hause kam, arbeiteten wir gemeinsam weiter an unserem Projekt. Nun allerdings sind die Tage, an denen ich mich mit jeder Zelle meines Gehirns auf "Wohin Du Willst" konzentrieren kann, gezählt. Das Konto ist ausgebeutet und das Finanzamt steht wieder einmal vor der Tür und verlangt nach dem Geld, das bei einem durchschnittlichen Bruttoverdienst von 700 Euro im Monat unmöglich zurückgelegt werden konnte. Ja, alles hat seine Schattenseiten - und so wie es aussieht, werde ich mich in den kommenden Wochen wieder um einen Brotjob kümmern müssen. Schade eigentlich - denn mit "Wohin Du Willst" habe ich immer noch beide Hände voll zu tun und ich muss zugeben, dass ich noch nie so hart gearbeitet hatte, wie in den letzten paar Monaten.

Ich möchte jetzt keineswegs verzweifelt klingen, aber ich weiß, dass auch Shin aktuell extreme Bedenken und Angst hat. Seit mehreren Tagen leide ich sogar an Schlaflosigkeit - für mich etwas sehr untypisches. Der eine Grund ist positiv: mein Kopf ist voller Ideen und Bilder, die mich wachhalten. Der zweite Grund ist Angst vor dem finanziellen Ruin und wenn die aufkommt, bleibt im Kopf kein Platz mehr für kreative Gedankengänge. Noch eh man sich versieht, ist man in einem mentalen Teufelskreis gefangen und da wieder rauszukommen ist nicht immer leicht. Aber wem erzähle ich das? Viele von euch sind selbst Kreativköpfe, Macher, Zeichner und Autoren, die ebenfalls immer wieder den Spagat Brücken müssen zwischen dem, nach was ihr Herz verlangt und dem, was ihre Finanzen ihnen erlauben.

Ich habe bereits von einigen Leuten gehört, dass sie selbst nach jahrelanger Freiberuflichkeit immer wieder solche Engpässe hatten, dass sie nicht mehr wussten, wie es weitergehen soll, und auch ich habe an Orten gelernt und gearbeitet, von denen einige nach teilweise 15 Jahren oder sogar längerem Bestehen dicht machen mussten. So funktioniert wohl die Wirtschaft. Heute bist Du 'erfolgreich' und morgen schon wieder weg von Fenster.

Nein. Ich will jetzt nicht zu negativ klingen, aber ich habe auch nicht vor so zu tun, als würde alles immer super geil laufen und dass das Leben ein buntes Blümlewies ist. Das ist es für keinen von uns. Jeder hat mit etwas zu kämpfen - und damit meine ich nicht nur die Künstler unter uns. Jeder von uns möchte gehört und verstanden werden, wir wollen ein Teil von großartigen Dingen sein. Wie wollen erfolgreich sein - wie auch immer der Erfolg im einzelnen Fall definiert sein mag.

Für mich und Shin - und ich weiß für viele von euch auch - haben Geld und Erfolg wenig bis gar nichts miteinander zu tun. Klar, auch wir beide gönnen uns mal irgendwelchen Kruscht, den wir nicht brauchen, wenn unsere finanzielle Lage uns das erlaubt. Wir sind und bleiben Kindsköpfe. Aber jetzt mal Hand aufs Herz: wer von euch hat sich noch nie etwas gegönnt, was er nicht zwingend brauchte?
Erfolg für mich ist bei denen zu sein, die mir wichtig sind und das zu tun, was ich liebe: Geschichten in Bildern erzählen. Wenn es nach mir ginge, würde ich unser Zeug verschenken - fragt mich nicht, wie sehr ich mich beherrschen muss, wenn wieder einmal ein Kind mit großen leuchtenden Augen vor einem Katzhörnchen-Anhänger steht, der Preis das Budget der Eltern allerdings übersteigt und das Kind mit vor Enttäuschung zitternden Sabberlippen wieder abziehen muss. Leider kann man unseren Vermieter, die Versicherungsonkel und Stromanbieter nicht mit guter Laune und Postkärtchen bezahlen. Sehr schade, eigentlich...

Ich hoffe, dass in den kommenden Wochen und Monaten genug Zeit für alles bleibt. Die letzten drei Monate, die ich ununterbrochen an "Wohin Du Willst" gearbeitet habe, waren dringend nötig, um die ersten Comicseiten in absehbarer Zeit überhaupt veröffentlichen zu können und deshalb bereue ich nichts - nicht einmal das finanzielle Fiasko, das nun daraus resultiert. Ich hoffe, dass auch Shin das so sieht. Was ich zu tausend Prozent weiß ist, dass wir zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Geld kann nicht zwischen uns kommen. Gut, das hängt unter Anderem auch damit zusammen, dass wir schlichtweg keins haben.

Okay, schieben wir den Galgenhumor jetzt mal beiseite.

Ich weiß, dass viele von euch unsere Beiträge lesen, und ich danke euch dafür, dass ihr verständnisvoll und treu seid und euch ehrlich dafür interessiert, wie sich unsere Arbeit weiter entwickelt. "The show must go on", wie es so schön heißt und unsere Arbeit wird definitiv weitergehen - doch wie genau sich in Zukunft alles entwickeln wird, nun... wer weiß das schon?

Zum eigentlichen Stand unseres Comicprojektes gibt es eigentlich nur so viel zu sagen: Das erste Kapitel haben Shin und ich dieses Wochenende fertig geschrieben und arbeiten gerade die grobe Seitenaufteilung aus. Viele Teile des ersten Kapitels müssen noch auf die Altatranische allgemeine Handelssprache übersetzt werden, weshalb wir in den kommenden Tagen verstärkt an der Entwicklung der Sprache arbeiten werden. Nächstes Wochenende werden wir nach Rudolstadt aufbrechen, um Referenzfotos für die ersten 15 Seiten zu schießen und danach sollten wir auch schon mit der genauen Ausarbeitung der ersten Seiten durchstarten können. Dazwischen kommen noch Korrekturen, Charakterdesigns, Outfit-Entwürfe... Das Übliche halt. Aber im Großen und Ganzen sieht die Sache soweit ganz gut aus.

Ich danke allen Mitfahrern des Feels-Trains. Schön, dass ihr heute mit an Bord wart. Das Zugpersonal verabschiedet sich von allen aussteigenden Gästen und wünscht eine fröhlichere Weiterreise!

FAZIT: Alles in allem erwartet uns eine spannende Zeit. Es wird wohl nicht alles perfekt laufen, aber wir werden mehr als nur unser Bestes geben, um "Wohin Du Willst" weiterzubringen. Ob sich unsere finanzielle Lage in der kommenden Zeit bessert, ohne dass es uns zeitlich zu sehr einschränkt, wissen wir noch nicht - aber wir lassen es nicht zu, dass die Qualität unseres Comicprojektes darunter leidet. Gegebenenfalls werden die einzelnen Seiten dann etwas länger brauchen als geplant - wir hoffen aber, dass sich dies vermeiden lässt.
Das Erscheinen der ersten Seiten ist immer noch auf Mitte Juni angesetzt - Daran hat sich bisher nichts geändert. Im Übrigen sieht es so aus, als werden wir Kapitel eins in mehrere Hefte aufteilen müssen - nähere Infos dazu wird es aber erst später geben.


Wer uns finanziell etwas unter die Arme greifen will, kann gern unseren Patreon-Account besuchen und zu einem unserer Patrons werden. Erwartet dafür aber bitte keine super geilen Sonder-Extras. Unser Patreon-Account existiert, damit ihr uns bei unserer Arbeit an "Wohin Du Willst" finanziell etwas unterstützen könnt. Je mehr Geld zur Verfügung steht, um so schneller können wir mit dem Projekt vorankommen und umso mehr Mittel stehen uns zur Verfügung, es bekannter zu machen (Ergo: wir müssen nicht an anderen Jobs arbeiten, um Kohle ranzuschaffen und können uns so mehr auf "Wohin Du Willst" konzentrieren. Außerdem können wir uns dann auch werbetechnisch mehr leisten). Alles, was uns noch mehr zusätzliche Arbeit macht, ist einfach kontraproduktiv - denn wir kommen bei dem Umfang unseres Comicprojektes so schon kaum hinterher. Natürlich werdet ihr gelegentlich auch für eure Treue belohnt, aber auf eine eher simple und humoristische Art und Weise. Wer sich auf uns einlässt, muss damit rechnen, auch mal aufs Korn genommen zu werden. Lasst euch einfach überraschen!

PS: Ratet mal, warum dieser Eintrag so ungemein lang und schnulzig geworden ist. Richtig! Gestern Nacht konnte ich wieder mal nicht schlafen und entschied deshalb, dass ich genauso gut etwas Produktives und vielleicht auch ein wenig Therapeutisches machen könnte. Shin hat den Beitrag gestern Abend gelesen, abgesegnet und ins Englische übersetzt. Zum Veröffentlichen hat's dann aber doch nicht mehr gereicht - dazu waren wir beide zu kaputt und nach den ruhelosen Nächten der vergangenen Tage bin ich gerade doch ganz froh, dass ich heute wieder ordentlich durchschlafen konnte.

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