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  18.05.18 13:33   Adroth Rian
Allgemeine Handelssprache:
Buchstabe für Buchstabe


Hier seht ihr den aktuellen Stand unseres Zeichensatzes für die allgemeine Handelssprache. Die einzelnen Zeichen sind zwar noch nicht ganz ausgereift, folgen aber mittlerweile bestimmten Regeln und Schemata. Als Nächstes werden wir prüfen, ob die Buchstaben optisch miteinander harmonieren und zusammen ein schönes Schriftbild ergeben. Mehr dazu gibt es aber erst in den kommenden Wochen ;-) Bis bald!




  15.05.18 20:54   Adroth Rian
Allgemeine Handelssprache
der Mani

Wie ihr bereits mitbekommen habt, müssen wir viele Dinge parallel zueinander ausarbeiten. Der Grund dafür ist, dass bei der Entwicklung einer komplett neuen Welt alles miteinander zusammenhängt und ineinander übergreift. Auch der Faktor Zeit spielt dabei eine Rolle: Wenn man verschiedene Themen miteinander kombinieren kann, tut man das, um ein wenig Zeit zu sparen.

Die allgemeine Handelssprache beschäftigt mich schon seit Jahren, aber ich bin nie besonders weit damit gekommen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass ich mich immer nur stückeles damit beschäftigt hatte. Immer wieder notierte ich mir die eine oder andere Kleinigkeit und mit der Zeit hatte sich ein ganzer Haufen Aufschriebe angesammelt. Als Shin und ich uns wieder an das Thema heranzutasten begannen, entschied ich mich, meine alten Aufzeichnungen wieder auszubuddeln, musste aber sehr schnell feststellen, dass sie in meinem Arbeitschaos verschollen waren (und immer noch sind). Ja. Sie sind nicht mehr auffindbar. Zuerst ärgerte ich mich extrem darüber, aber mittlerweile denke ich: "Sei's drum." Ich habe während der letzten Wochen ein gänzlich neues Gefühl für die allgemeine Handelssprache entwickelt und deshalb packen Shin und ich die ganze Sache jetzt ganz einfach vom Neuen an.

Sprache ist für jeden von uns allgegenwärtig. Viele beherrschen neben ihrer Muttersprache mindestens noch eine Fremdsprache oder einige mehr. Die Sprache per se ist ein sehr komplexes Thema und beeinflusst alle unsere Lebensbereiche, aber vor allen Dingen beeinflusst sie unsere Sicht auf die Welt und unsere Denkweise.
Sprache ist nicht nur eine Kombination aus Worten, die sich zu Sätzen zusammenfügen – viel mehr ist sie ein Zusammenspiel aus allem, was wir sind. Die Worte, die ich wähle, sind nur ein kleiner Bruchteil meiner Botschaft. Meine Intonation, Mimik und Körperhaltung, ja sogar der Abstand, den ich zu meinem Gegenüber wahre – das alles zusammengenommen ergibt erst ein schlüssiges Bild. Eine andere Frage ist natürlich, ob mein Gesprächspartner mich richtig lesen kann, denn abhängig von seinem und meinem Kulturkreis müssen wir gegebenenfalls erst lernen, einander richtig zu verstehen, selbst wenn es keine offensichtliche Sprachbarriere zwischen uns zu geben scheint.

Die allgemeine Handelssprache setzt sich hauptsächlich aus den drei Sprachen "кузэмбаба" (die Sprache der Vorfahren), "Moistakheel" (Gnomisch) und "Nuiwi" (Fentisch) zusammen und beinhaltet Elemente aus dem Deutschen, Französischen und Englischen. Die Einflüsse aus dem Deutschen und Französischen stammen von den Feen und Fents, die im Verlauf der Altatranischen Geschichte auf die Erde geflohen waren und nach einigen Jahrhunderten wieder aus ihrem Exil zurückkehrten. Englische Worte flossen mit dem verstärkten Zulauf der Menschen auf Altatran ebenfalls in die allgemeine Handelssprache mit ein.

Gestern meinte Shin, dass die allgemeine Handelssprache sehr emotionslos wirkt. Aber ich glaube, dass das nur auf den ersten Blick so scheint. Wenn ich an der allgemeinen Handelssprache arbeite, fühle ich mich an meine Japanischkurse in Kansas City erinnert. Da hieß es auch immer: Wenn man versucht, einen Japanischen Text stumpf ins Englische zu übersetzen, kommt nur gequirlte Scheiße dabei heraus. Bei der Übersetzung aus dem Japanischen ist man gezwungen zwischen den Zeilen zu lesen und muss extrem auf den Gesamtkontext achten. Daraufhin habe ich ein kleines Schreibexperiment gestartet und einen Text auf Deutsch verfasst, allerdings so, wie er auf der allgemeinen Handelssprache wirken würde:

Viele Jahre vergehen,
doch ich sehe mich um und habe immer noch das Gefühl,
als sei ich erst seit gestern hier.
Alles ist anders und doch wie immer.

Ständig trage ich all die Erinnerungen bei mir,
die niemals verblassen, obwohl sie der Vergangenheit angehören.
Wir können uns niemals mehr auseinanderleben,
so sehr haben wir uns lieb gewonnen -
und auch in den entlegensten Winkeln des Universums
denke ich an euch.

Aber nun muss ich gehen. Ich kann nicht anders -
ich löse mich, auch wenn mich der Abschied sehr schmerzt.
Ihr gebt mir das Gefühl von Heimat an diesem Ort -
früher noch eine Zuflucht, heute ein hübscher Käfig.
Draußen ist die Luft so frisch -
lasst mich noch ein wenig atmen und ich verspreche euch,
eines Tages kehre ich zurück.

Meine Lieben, vergießt jetzt keine Tränen:
Die Trennung ist nur von kurzer Dauer,
wenn ihr mit Frohsinn in die Zukunft schaut.
Muss ich ein Lächeln aus euch herauskitzeln?
Auch meine Augen brennen und sind schon ganz rot.

Wir bleiben alle auf dieser Welt, das wisst ihr doch.
Dieser Planet, verglichen mit dem Weltall,
ist nur eine winzige Kugel, die im Handumdrehen umrundet ist.
Alles kehrt zurück über kurz oder lang.


Für mich persönlich steckt dieser Text voller Emotionen, auch wenn er auf den ersten Blick eher plump erscheint. Da ich die Charaktere kenne, die zwischen den Zeilen dieses Textes verborgen sind (und auch ihr lernt sie schon sehr bald kennen – sie sind alle unglaublich liebenswert), empfinde ich eine unbeschreibliche Trauer, wenn ich den Text wiederholt lese. Ich weiß nicht, wie unsere Lektorin das empfindet: Steffi, erstes Kapitel – Du weißt ja wahrscheinlich schon, aus wessen Sicht der Text geschrieben ist, oder? Fühlst Du Dich emotional irgendwie angesprochen? Oder eher "meh"? Boah, ich krieg gerade voll Bock jemanden zu umarmen...

Das Coole an der allgemeinen Handelssprache ist, dass es in ihr keine Vergangenheits- oder Zukunftsformen gibt, und auch nach komplizierten Fällen würdet ihr hier vergeblich suchen. Eine der einfacheren Regeln ist, dass Worte und Wortkombinationen der Zeitbestimmung (heute, gestern, morgen, in der Zukunft, früher, in der Vergangenheit) immer ganz an den Anfang des Satzes gesetzt werden. Das bedeutet zwar auch, dass es für all diejenigen, die neu in ein Gespräch mit einsteigen, schwieriger ist festzustellen, worum es gerade geht, aber über den Kontext im weiteren Verlauf des Gespräches werden auch sie ihre richtigen Schlüsse ziehen können.

Auch haben wir uns mit Shin darauf geeinigt, dass es in der allgemeinen Handelssprache keine Groß- und Kleinschreibung geben wird. Eigennamen allerdings erhalten ein Apostroph über ihrem Anfangsbuchstaben. Wie genau das alles aussehen wird, wissen wir aber noch nicht.

Die Verben in der allgemeinen Handelssprache haben immer eine klar erkennbare Form und bleiben stets unverändert. Jedes Verb endet mit einem "ть" (ein weiches "t"). Andere Wortarten gibt es mit dieser Endung nicht. Hier ein paar Beispiele für Verben: бабать (reden), зить (sein), хочить (wollen) oder грюмить (weinen). Verneint werden die Verben mit einem einfachen "ни", welches vor das zu verneinende Verb gesetzt wird.

"че бабать" bedeutet also, je nach Kontext, "ich rede", "ich redete" oder "ich werde reden"
"че ни бабать" dementsprechend "ich rede nicht", "ich habe nichts gesagt" oder "ich werde nichts sagen".

Festgelegt haben wir auch, dass es in der allgemeinen Handelssprache drei sehr essenzielle Worte gibt, die zu keiner der bestehenden Wortgruppen gehören. Das wären:

я – Fragewort (gesprochen "ja")
то – Feststellung, eine unumstößliche Aussage (gesprochen "to")
ха – Ausrufewort (gesprochen wie das "ha" beim "Hamster)

Mit dem Fragewort "я" kann man aus jedem Satz eine Frage machen, indem man es einfach ans Ende des Satzes anhängt:

1. "че хочить тош." (Ich will das.)
2. "ааh… че хочить тош я." (Hm… Will ich das?)
3. "че хочить тош я?" (Will ich das?)

Die Sätze zwei und drei bekommen durch die Intonation eine etwas andere Bedeutung. Beim zweiten Satz werden ein Zweifel bzw. eine Überlegung ausgesprochen: "Will ich dieses Ding wirklich? Brauche ich das? Ich bin mir nicht sicher, aber ich bin noch am Schwanken… Vielleicht brauche ich es ja doch?" Die Stimme bleibt dabei gleichmäßig.
Beim dritten Satz wird die Stimme bei dem "я" am Ende des Fragesatzes etwas gehoben, um eine deutliche Frage zu formulieren. Bei diesem Beispiel ist der Sprecher sich hundertprozentig sicher, dass er das, was ihm angeboten wird, nicht will, auch wenn der Verkäufer ihn vom Gegenteil zu überzeugen versucht:

Verkäufer: "май май! двиче хочить тош то!" – "Ja ja! Du willst das unbedingt haben!"
Käufer: "че хочить тош я?" – "Will ich das?" (Ausdruck von Skepsis)

Die beiden Worte "то" und "ха" funktionieren nach demselben Prinzip wie das Fragewort "я" und werden auch bei Bedarf ans Ende eines Satzes angehängt:

1. "двиче зить мудвой." – "Du bist müde."
2. "двиче зить мудвой то." – "Du bist müde." (Feststellung: Du bist müde, geh schlafen)
3. "двиче зить мудвой ха." – "Du bist ja jetzt schon müde…" (vorwurfsvoll)
4. "двиче зить мудвой ха?" – "Bist Du jetzt schon müde, oder was?" (erstaunt, überrascht)

Die Worte für Feststellung, Frage und Ausruf können im Übrigen auch für sich allein in einem Satz stehen:

"я." – nachdenkliches "Hm"
"я?" – "Hm?", "Was?"
"то, то." – "Doch, doch."
"ха..." – "Oha…"
"я ха?!" – "Was zum...?"

Auch die Personalpronomen haben wir schon festgelegt, allerdings nur im Nominativ. Was wir mit Akkusativ, Genitiv und Dativ anstellen, müssen wir uns noch gaaanz genau überlegen… Ihr wisst ja: Fälle waren in der allgemeinen Handelssprache nicht mit eingeplant.

ich – че
du – двиче
er – двичек
sie – двичка
es – двичко
wir – симче
ihr – симдиче
sie – двички

Hier wird im Übrigen die Einstellung der Mani zu ihren Gesprächspartnern deutlich: Das Wort "че" bedeutet zum einen "ich", zum anderen kann es aber auch mit "Wesen" und als die Zahl "eins" übersetzt werden. Man könnte meinen, dass man sich damit automatisch in den Mittelpunkt rückt, doch anders als in der Sprache der Shée, in der nur zwischen "ich" und "nicht ich" unterschieden wird, zeigen Mani bereits über ihre Sprache Verbundenheit und Dazugehörigkeit zu ihrer Umgebung. "двиче" zum Beispiel setzt sich aus den Worten "дви" (die Zahl zwei) und "че" zusammen, was so viel bedeutet wie das "zweite ich". Damit vermittle ich sprachlich, dass ich mich mit meinem Gesprächspartner auf die gleiche Augenhöhe begebe und ihn so behandeln werde, wie ich selber gern behandelt werden möchte. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch das Wort "симче" für "wir". "сим" bedeutet "sieben". Die Idee mit den "sieben ichs" habe ich ursprünglich aus dem Russischen entliehen. In meiner Muttersprache gibt es nämlich das Wort "семья". Es bedeutet übersetzt "Familie" und ich hatte mir eigentlich noch nie wirklich Gedanken bei der Benutzung dieses Wortes gemacht, bis ich irgendwann realisiert hatte, woraus sich "семья" zusammensetzt. "семь" ist die Zahl sieben und "я" bedeutet im Russischen "ich". Auf einmal machte dieses Wort so unglaublich viel Sinn! Ich war so begeistert, dass ich es in die allgemeine Handelssprache übertragen musste – und so wurde dieses Prinzip auf die Personalpronomen angewandt.

Aktuell arbeiten Shin und ich mit einer Zeichenmischung aus dem Russischen und Deutschen Alphabet, mussten aber feststellen, dass wir die einzelnen Zeichen der allgemeinen Handelssprache noch vor Seite 28 des ersten Kapitels fertig haben sollten, da hier zum ersten Mal in der Handelssprache gesprochen wird und der kyrillische Zeichensatz nicht dazu ausreicht, alle nötigen Laute darzustellen. Das Alphabet der allgemeinen Handelssprache setzt sich aus 33 Buchstaben und einem Weichzeichen zusammen, dessen Anwendung 17 zusätzliche Aussprachmöglichkeiten der Konsonanten ermöglicht. Okay, wenn ich mir das so anschaue gerade… Heilige Scheiße. So ganz einfach ist die Sprache jetzt doch nicht geworden, aber so wie Shin das gestern bereits schulterzuckend sagte: "Sprachen sind so."

Viel Arbeit liegt noch vor uns, aber es entwickelt sich doch ganz interessant. Im nächsten Blogeintrag werden wir gegebenenfalls über die Adjektive und den genauen Satzbau sprechen – mal sehen, wie weit wir bis Freitag kommen :-)

Knuddels und Umarmungen, ihr Lieben!
Eure Adroth und Shin


  14.05.18 08:21   Adroth Rian
Eine Reise ins Ausland -
Fantasy Basel 2018


Vom 10. bis 12. Mai waren wir mit einem Künstlertisch auf der Fantasy Basel in der Schweiz und haben neben dem Verkauf verschiedener Postkarten und Plakate (viele der Produkte könnt ihr in unserem Etsy-Onlineshop bestellen) auch "Wohin Du Willst" vorgestellt.
Während der drei Tage hatten wir viel erlebt, schöne neue Orte gesehen und mit tollen Menschen gesprochen. Wir danken allen, die an unserer Arbeit interessiert sind und hoffen, dass ihr euch von "Wohin Du Willst" habt begeistern lassen - danke fürs Zuhören und Weitererzählen! Wir freuen uns auf neue Leser und treue Fans und hoffen auf Unterstützer auf patreon.com/karrakula.

Unsere Tischnachbarn im Kleinausstellerbereich der Messe waren und sind allesamt wunderbar. Mit Erinys, Livinja.art und Owley hatten wir nicht nur spannende und lustige Unterhaltungen geführt, sondern auch Comics und Essen ausgetauscht, und auch wenn wir zum Abend hin immer etwas müde waren, wurde es uns niemals langweilig.



Nun wollen wir noch ein paar Worte zu der Organisation von Fantasy Basel verlieren. Noch bevor wir der Einladung zu dieser Veranstaltung gefolgt waren und uns einen Tisch gemietet hatten, hatten wir bereits einiges an negativer Kritik von Künstlern mitgekommen, die schon im letzten Jahr vor Ort waren, entschieden aber, unsere eigenen Erfahrungen zu machen. Leider waren diese Erfahrungen nicht besonders positiv. Als Kleinaussteller fühlte man sich nicht ernst genommen und in die am weitesten entfernte Ecke der Messehalle verfrachtet. Der Kleinkünstlerbereich sah von Weitem leer und verlassen aus und wurde von vielen Besuchern nicht einmal als Messebereich erkannt. Gespräche mit den Verantwortlichen erweckten den Anschein, dass die Probleme schon länger bekannt waren, gefühlt aber keinen der Veranstalter interessierten. Im Vergleich zu anderen Cons wurden wir im Anschluss an das Event nicht nach unserer Meinung gefragt und auch während der Veranstaltung zeigten die Organisatoren kein Interesse daran, wie es bei den Künstlern im Bereich 616 überhaupt lief. Gesprochen von dem Bereich 616: Noch nicht einmal Tischnummern wurden hier vergeben, was vor allem in der Aufbauzeit für Chaos und Verwirrung gesorgt hatte. Zum Glück kümmerten sich ein paar der Kleinaussteller um die Aufstellung der Tischreihen, da sich die Verantwortlichen nicht dazu in der Lage oder verpflichtet sahen.

Trotz grober Mängel seitens des Veranstalters von Fantasy Basel hatten wir eine sehr schöne und interessante Zeit. Die Messestände waren abwechslungsreich, die Besucher super lieb und Basel schlichtweg wunderschön. Unsere Reise in die Schweiz hat sich auf jeden Fall gelohnt.


  10.05.18 01:27   Adroth Rian
Speedpaint #002
Iohaan Hrupek
Heute stellen wir euch ein neues Speedpaint-Video vor: Adroth zeichnet "Iohaan Hrupek", einen wichtigen Nebencharakter, der im späteren Verlauf von "Wohin Du Willst" hinzukommen wird. Da wir an vielen Stellen entwurfstechnisch vorgreifen müssen, haben wir schon jetzt mit seiner Überarbeitung begonnen.

Später wird es noch mehr Informationen über Iohaan geben, aber fürs Erste genießt einfach unser neues Video. Teilen und Liken nicht vergessen ;-P



Wir sagen lieb Danke an Kevin MacLeod für sein Musikstück "Artifact - The Dark Contenent" und weisen darauf hin, dass es der "Creative Commons Attribution" Lizenz unterliegt.
Quelle: incompetech.com/music/royalty-free/index.html?isrc=USUAN1100324
Interpret: incompetech.com


  09.05.18 05:47   Adroth Rian
Der Stand der Dinge.
WARNUNG: Dieser Beitrag ist elendig lang. In ihm schreibe ich nicht nur über den aktuellen Fortschritt von "Wohin Du Willst", sondern schütte auch mein Herz aus und spreche über meine Ängste und andere Gefühle. Wer keine Lust auf Geschnulze hat, kann jetzt das Bild anschauen, sich darüber freuen und direkt zum Fazit am Ende dieses Blogeintrages scrollen. Alle anderen sind herzlich dazu eingeladen, auf den Feels-Train aufzuspringen.



In den vergangenen Monaten habt ihr mitbekommen, dass der Dreh und Angelpunkt unserer Arbeit "Wohin Du Willst" geworden ist. Wir kamen ja nicht einmal mehr dazu, an den Uglons zu arbeiten, obwohl ein Ugly-Strip für gewöhnlich einmal in der Woche gut schaffbar war.

Über die letzten Wochen und Monate haben wir große Fortschritte bei "Wohin Du Willst" gemacht und es erfüllt mich immer wieder mit Freude, wenn ich an diesem wundervollen Projekt arbeite. Ich liebe jeden einzelnen Charakter in dieser Geschichte, freue mich über jede Art des Vorankommens und lerne extrem viel Neues, was mir ein ganz besonderes Vergnügen bereitet, denn ich finde, nichts ist ermüdender, als sich ausschließlich mit den Dingen zu beschäftigen, die man eh schon kennt und kann.

Der indirekte 'Rauswurf' bei meiner Brotverdienstelle vor drei Monaten war ein Segen und ein Fluch zugleich. Nach Absprache mit Shin, der nun plötzlich der Alleinverdiener geworden war, nahm ich mir die Zeit, um mich ganz und gar auf "Wohin Du Willst" zu fokussieren und Tag täglich, wenn Shin von seiner Arbeit nach Hause kam, arbeiteten wir gemeinsam weiter an unserem Projekt. Nun allerdings sind die Tage, an denen ich mich mit jeder Zelle meines Gehirns auf "Wohin Du Willst" konzentrieren kann, gezählt. Das Konto ist ausgebeutet und das Finanzamt steht wieder einmal vor der Tür und verlangt nach dem Geld, das bei einem durchschnittlichen Bruttoverdienst von 700 Euro im Monat unmöglich zurückgelegt werden konnte. Ja, alles hat seine Schattenseiten - und so wie es aussieht, werde ich mich in den kommenden Wochen wieder um einen Brotjob kümmern müssen. Schade eigentlich - denn mit "Wohin Du Willst" habe ich immer noch beide Hände voll zu tun und ich muss zugeben, dass ich noch nie so hart gearbeitet hatte, wie in den letzten paar Monaten.

Ich möchte jetzt keineswegs verzweifelt klingen, aber ich weiß, dass auch Shin aktuell extreme Bedenken und Angst hat. Seit mehreren Tagen leide ich sogar an Schlaflosigkeit - für mich etwas sehr untypisches. Der eine Grund ist positiv: mein Kopf ist voller Ideen und Bilder, die mich wachhalten. Der zweite Grund ist Angst vor dem finanziellen Ruin und wenn die aufkommt, bleibt im Kopf kein Platz mehr für kreative Gedankengänge. Noch eh man sich versieht, ist man in einem mentalen Teufelskreis gefangen und da wieder rauszukommen ist nicht immer leicht. Aber wem erzähle ich das? Viele von euch sind selbst Kreativköpfe, Macher, Zeichner und Autoren, die ebenfalls immer wieder den Spagat Brücken müssen zwischen dem, nach was ihr Herz verlangt und dem, was ihre Finanzen ihnen erlauben.

Ich habe bereits von einigen Leuten gehört, dass sie selbst nach jahrelanger Freiberuflichkeit immer wieder solche Engpässe hatten, dass sie nicht mehr wussten, wie es weitergehen soll, und auch ich habe an Orten gelernt und gearbeitet, von denen einige nach teilweise 15 Jahren oder sogar längerem Bestehen dicht machen mussten. So funktioniert wohl die Wirtschaft. Heute bist Du 'erfolgreich' und morgen schon wieder weg von Fenster.

Nein. Ich will jetzt nicht zu negativ klingen, aber ich habe auch nicht vor so zu tun, als würde alles immer super geil laufen und dass das Leben ein buntes Blümlewies ist. Das ist es für keinen von uns. Jeder hat mit etwas zu kämpfen - und damit meine ich nicht nur die Künstler unter uns. Jeder von uns möchte gehört und verstanden werden, wir wollen ein Teil von großartigen Dingen sein. Wie wollen erfolgreich sein - wie auch immer der Erfolg im einzelnen Fall definiert sein mag.

Für mich und Shin - und ich weiß für viele von euch auch - haben Geld und Erfolg wenig bis gar nichts miteinander zu tun. Klar, auch wir beide gönnen uns mal irgendwelchen Kruscht, den wir nicht brauchen, wenn unsere finanzielle Lage uns das erlaubt. Wir sind und bleiben Kindsköpfe. Aber jetzt mal Hand aufs Herz: wer von euch hat sich noch nie etwas gegönnt, was er nicht zwingend brauchte?
Erfolg für mich ist bei denen zu sein, die mir wichtig sind und das zu tun, was ich liebe: Geschichten in Bildern erzählen. Wenn es nach mir ginge, würde ich unser Zeug verschenken - fragt mich nicht, wie sehr ich mich beherrschen muss, wenn wieder einmal ein Kind mit großen leuchtenden Augen vor einem Katzhörnchen-Anhänger steht, der Preis das Budget der Eltern allerdings übersteigt und das Kind mit vor Enttäuschung zitternden Sabberlippen wieder abziehen muss. Leider kann man unseren Vermieter, die Versicherungsonkel und Stromanbieter nicht mit guter Laune und Postkärtchen bezahlen. Sehr schade, eigentlich...

Ich hoffe, dass in den kommenden Wochen und Monaten genug Zeit für alles bleibt. Die letzten drei Monate, die ich ununterbrochen an "Wohin Du Willst" gearbeitet habe, waren dringend nötig, um die ersten Comicseiten in absehbarer Zeit überhaupt veröffentlichen zu können und deshalb bereue ich nichts - nicht einmal das finanzielle Fiasko, das nun daraus resultiert. Ich hoffe, dass auch Shin das so sieht. Was ich zu tausend Prozent weiß ist, dass wir zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Geld kann nicht zwischen uns kommen. Gut, das hängt unter Anderem auch damit zusammen, dass wir schlichtweg keins haben.

Okay, schieben wir den Galgenhumor jetzt mal beiseite.

Ich weiß, dass viele von euch unsere Beiträge lesen, und ich danke euch dafür, dass ihr verständnisvoll und treu seid und euch ehrlich dafür interessiert, wie sich unsere Arbeit weiter entwickelt. "The show must go on", wie es so schön heißt und unsere Arbeit wird definitiv weitergehen - doch wie genau sich in Zukunft alles entwickeln wird, nun... wer weiß das schon?

Zum eigentlichen Stand unseres Comicprojektes gibt es eigentlich nur so viel zu sagen: Das erste Kapitel haben Shin und ich dieses Wochenende fertig geschrieben und arbeiten gerade die grobe Seitenaufteilung aus. Viele Teile des ersten Kapitels müssen noch auf die Altatranische allgemeine Handelssprache übersetzt werden, weshalb wir in den kommenden Tagen verstärkt an der Entwicklung der Sprache arbeiten werden. Nächstes Wochenende werden wir nach Rudolstadt aufbrechen, um Referenzfotos für die ersten 15 Seiten zu schießen und danach sollten wir auch schon mit der genauen Ausarbeitung der ersten Seiten durchstarten können. Dazwischen kommen noch Korrekturen, Charakterdesigns, Outfit-Entwürfe... Das Übliche halt. Aber im Großen und Ganzen sieht die Sache soweit ganz gut aus.

Ich danke allen Mitfahrern des Feels-Trains. Schön, dass ihr heute mit an Bord wart. Das Zugpersonal verabschiedet sich von allen aussteigenden Gästen und wünscht eine fröhlichere Weiterreise!

FAZIT: Alles in allem erwartet uns eine spannende Zeit. Es wird wohl nicht alles perfekt laufen, aber wir werden mehr als nur unser Bestes geben, um "Wohin Du Willst" weiterzubringen. Ob sich unsere finanzielle Lage in der kommenden Zeit bessert, ohne dass es uns zeitlich zu sehr einschränkt, wissen wir noch nicht - aber wir lassen es nicht zu, dass die Qualität unseres Comicprojektes darunter leidet. Gegebenenfalls werden die einzelnen Seiten dann etwas länger brauchen als geplant - wir hoffen aber, dass sich dies vermeiden lässt.
Das Erscheinen der ersten Seiten ist immer noch auf Mitte Juni angesetzt - Daran hat sich bisher nichts geändert. Im Übrigen sieht es so aus, als werden wir Kapitel eins in mehrere Hefte aufteilen müssen - nähere Infos dazu wird es aber erst später geben.


Wer uns finanziell etwas unter die Arme greifen will, kann gern unseren Patreon-Account besuchen und zu einem unserer Patrons werden. Erwartet dafür aber bitte keine super geilen Sonder-Extras. Unser Patreon-Account existiert, damit ihr uns bei unserer Arbeit an "Wohin Du Willst" finanziell etwas unterstützen könnt. Je mehr Geld zur Verfügung steht, um so schneller können wir mit dem Projekt vorankommen und umso mehr Mittel stehen uns zur Verfügung, es bekannter zu machen (Ergo: wir müssen nicht an anderen Jobs arbeiten, um Kohle ranzuschaffen und können uns so mehr auf "Wohin Du Willst" konzentrieren. Außerdem können wir uns dann auch werbetechnisch mehr leisten). Alles, was uns noch mehr zusätzliche Arbeit macht, ist einfach kontraproduktiv - denn wir kommen bei dem Umfang unseres Comicprojektes so schon kaum hinterher. Natürlich werdet ihr gelegentlich auch für eure Treue belohnt, aber auf eine eher simple und humoristische Art und Weise. Wer sich auf uns einlässt, muss damit rechnen, auch mal aufs Korn genommen zu werden. Lasst euch einfach überraschen!

PS: Ratet mal, warum dieser Eintrag so ungemein lang und schnulzig geworden ist. Richtig! Gestern Nacht konnte ich wieder mal nicht schlafen und entschied deshalb, dass ich genauso gut etwas Produktives und vielleicht auch ein wenig Therapeutisches machen könnte. Shin hat den Beitrag gestern Abend gelesen, abgesegnet und ins Englische übersetzt. Zum Veröffentlichen hat's dann aber doch nicht mehr gereicht - dazu waren wir beide zu kaputt und nach den ruhelosen Nächten der vergangenen Tage bin ich gerade doch ganz froh, dass ich heute wieder ordentlich durchschlafen konnte.


  01.05.18 14:10   Adroth Rian
Untypisches Arbeitswerkzeug
Als Shin und ich uns am Anfang des Jahres dazu entschlossen hatten, den "Wohin Du Willst" Comic anzupacken, war ich der festen Überzeugung, dass wir bis zum Release der ersten Seite auch das leidige Thema Hintergründe irgendwie gedeichselt bekommen würden. Geplant war es, die Hintergründe mit Wasserfarben zu malen, um damit einen größeren Kontrast zu den Figuren zu schaffen. Nach nur wenigen Versuchen mussten wir allerdings feststellen, dass Wasserfarben ein sehr langsames Medium sind und somit nicht für unser Projekt geeignet waren. Auch Acryl hatten wir versucht: einmal direkt auf Papier und einmal über ein Foto drüber gepinselt. Die Ergebnisse waren zwar recht interessant, aber die Prozesse der Hintergrunderstellung dauerten immer noch zu lange, lieferten dabei aber nicht einmal im Ansatz die gewünschten Ergebnisse.





Seit heute früh arbeiten wir an einer anderen Zeichentechnik für die Hintergründe. Diesmal digital und es scheint sich gut zu entwickeln. So ganz ohne Herumgetrickse geht's aber auch nicht: um Zeit zu sparen, haben wir einige Räumlichkeiten aus "Wohin Du Willst" in "Sims 4" nachgebaut, Screenshots gemacht und diese dann als Vorlage für unsere Hintergründe genommen. Auf diese Weise brauchen wir uns keine Gedanken um die Perspektive zu machen, da wir uns gute Abpausvorlagen schaffen.



Das Endergebnis unterscheidet sich deutlich von der Vorlage, denn in den nachgebauten 3-D Räumen werden nur der Umfang des Raumes, die Größe und Position der Möbelstücke und die ungefähre Farbgebung bestimmt. Das Design der Möbel wird im Prozess nach und nach umgeworfen, um Möbelstücke und Gegenstände zu schaffen, wie sie für die Geschichte vorgesehen waren.

Soweit so gut. Den Nachbau der einzelnen Räume haben wir nun auf die Erstellung des kompletten Herrenhauses der Familie Lachmund aus dem ersten Kapitel von "Wohin Du Willst" erweitert, da wir festgestellt haben, dass wir mit Hilfe von den "Sims 4" nicht nur die einzelnen Räume, sondern auch komplette Schauplätze planen können und somit einen besseren Überblick darüber haben, wie sich die Charaktere durch die einzelnen Szenen bewegen.

Eine kleine Video-Führung durch das Herrenhaus der Lachmunds könnte es in Zukunft durchaus geben, aber noch befinden sich einige der Räume im Aufbau oder sind still gelegt, da sie im ersten Kapitel noch nicht benötigt werden.

Je weiter das Projekt voranschreitet, umso überraschender ist es, auf welche Ideen man kommt, um sich die Arbeit zu erleichtern oder bestimmte Dinge zu umgehen. Dann wiederum ist das extrem erfrischend und man lernt dabei eine ganze Menge. Wir legen nun eine kleine Pause ein, bevor wir heute Abend mit der finalen Ausarbeitung des ersten Proto-Hintergrundes fortsetzen, um uns in den kommenden Tagen an etwas Komplexeres zu wagen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Biszubald
eure Adroth und Shin


  24.04.18 06:41   Adroth Rian
Speedpaint #001
Gnogh Nuamnvi
Bei unserem Comic Projekt "Wohin Du Willst" sind wir ständig gezwungen, über uns hinauszugehen. Das ist teilweise beängstigend, aber auch großartig! Denn so wagen wir uns in neue, spannende Bereiche vor.

Heute seht ihr unser allererstes Speedpaint-Video. Gezeichnet wird "Gnogh Nuamnvi" - einer unserer Hauptcharaktere. Obwohl ich jede einzelne Figur mittlerweile fest in mein Herz geschlossen habe, ist Gnogh einer der Charas, die ich am liebsten permanent knuddeln würde. Vielleicht liegt es an seiner Besonnenheit oder seiner sanften Art. Ich weiß noch, als ich vor ein paar Jahren in einem Gespräch mit meiner Ma den Satz fallen lies, dass ich gern so geduldig wäre, wie Gnogh. Daraufhin lachte sie und meinte, dass es schon etwas sonderbar sei, dass ich fiktiven Figuren ähnlich sein möchte (und auch noch denen, die auf meinem eigenen Mist gewachsen sind), schließlich gibt es auch echte Personen, zu denen man hinaufsehen kann. Was soll ich dazu sagen? Es gibt unglaublich viele Menschen, die ich wertschätze und denen ich dankbar bin, dass sie mich auf meinem Weg durch dieses chaotische Leben begleiten und unterstützen, aber gelegentlich schafft man sich wohl auch selbst ein paar Idole. Womöglich kommt es von dem Wunsch, sich mit kleinen Schritten zu einer besseren Version von sich selbst zu entwickeln: schließlich spiegeln unsere Geschichten und wie wir sie erzählen unsere innere Einstellung zur Welt, den Anderen und uns selbst. Im Grunde genommen ist also alles okay. Wir sind wer wir sind - aber zwischen den Zeilen arbeiten wir noch an uns, und das ist noch besser.



Ein herzliches Dankeschön an Asher Fulero für das wunderbare Musikstück "Ionic Magnet", das er der YouTube-Audiobibliothek hinzugefügt hat. Der Track passt perfekt in die Welt von Altatran: Er klingt modern, hat aber auch akustische Einschübe, die traditionell und orientalisch anmuten. Zudem ist das Stück weder zu hektisch, noch zu langsam - perfekt eben. Mehr Musik von Asher Fulero findet ihr unter https://www.youtube.com/channel/UCKn6_1iFFC5fxSmFgVC9Fsw


  20.04.18 16:18   Adroth Rian
Kurzcomic: "Rocky Road"




Dies ist der Anfang einer atemberaubenden Geschichte: lebensnah, rührend und voller Spannung. Fortsetzung folgt...? Vielleicht sehen wir ja im späteren Verlauf von "Wohin Du Willst", welche Herausforderungen Herrn Stein-Verkäufer in Zukunft erwarten.

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